Drei Jahre Laufzeit, ein Gesamtvolumen von knapp 1,8 Millionen Euro: Das von Land NRW und Europäischer Union finanzierte Projekt „CollecTS – Collect Textiles Smart“ soll die Wiederverwendungsrate von Alttextilien verbessern. Zudem wird, über alle Branchen hinweg, das Wertschöpfungspotenzial durch Kreislaufwirtschaft ermittelt. Im Rahmen des Projekts wird eine städtische Circular-Economy-Beauftragte eingestellt. 

Der ökologische Fußabdruck der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie ist immens – angefangen vom CO2-Ausstoß über den hohen Wasserverbrauch beim Baumwollanbau bis hin zu Belastungen durch Mikroplastik und die Müllberge der schnelldrehenden Fast-Fashion-Industrie. Bis 2030 soll deshalb der Umgang mit Textilien innerhalb der Europäischen Union auf Basis der EU-Textilstrategie ökologischer gestaltet werden. Ein massiver Hebel hierbei ist die Kreislauffähigkeit von Textilien, also ihre Wiederverwendbarkeit. Ausgediente Textilien werden zwar bereits heute gesammelt; die Sammelqualität lässt jedoch zu wünschen übrig, es kommt zu so genannter Querkontamination und meist ist anschließend nach wie vor nur „Downcycling“ möglich, indem aus einem T-Shirt beispielsweise maximal noch ein Putzlappen werden kann.

Hier setzt das neue Projekt „CollecTS – Collect Textiles Smart“ an. Gestartet zum 1. Januar, sollen darüber ganz konkret konventionelle Sammelcontainer zu intelligenten Systemen umgerüstet werden. Durch eine verbrauchernahe Vorsortierung mithilfe smarter „CollecTS-Container“ und einer größeren Vielfalt an Einwurfoptionen mit digitaler Unterstützungstechnologie sollen die Effizienz der Sammlung gesteigert und die Benutzerfreundlichkeit deutlich ausgebaut werden.

Außerdem soll durch das Projekt das Wertschöpfungspotenzial durch Kreislaufwirtschaft über alle Branchen hinweg in Mönchengladbach untersucht werden und es werden Informations- und Weiterbildungsmöglichkeiten rund um das Thema Kreislaufwirtschaft auf- und ausgebaut. „Mönchengladbach geht als Strukturwandelstadt voran. Die Kreislaufwirtschaft hat eine strategische Bedeutung für die Nachhaltigkeit und die Wirtschaft. Das Projekt trägt dazu bei, die Potentiale für unsere Stadt herausarbeiten und ganz konkret nutzen“, sagt Oberbürgermeister Felix Heinrichs.

Dafür wird bei der Verwaltung erstmals eine Circular-Economy-Beauftragte für die Stadt Mönchengladbach eingestellt, die ihren Arbeitsplatz bei der städtischen Wirtschaftsförderung haben wird. Lea Trost (28) fungiert ab sofort als erste Ansprechpartnerin und Vernetzerin für Themen rund um Kreislaufwirtschaft sowie als Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung und WFMG. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und darauf, dem immens wichtigen Thema Kreislaufwirtschaft in Mönchengladbach mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit geben zu
können“, sagt die Textilwirtschafts- und Nachhaltigkeitsexpertin.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 36 Monaten und ein Gesamtvolumen von knapp 1,8 Millionen Euro. Es handelt sich dabei um ein Kooperationsvorhaben im Rahmen des Förderaufrufs „Circular Economy – Circular Cities.NRW“ innerhalb des EFRE/JTF-Programms NRW 2021-2027, das vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Europäischen Union kofinanziert wird. Projektpartner sind das Center Textillogistik (CTL; eine Kooperation zwischen der Hochschule Niederrhein und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund), collectingsystems GmbH, SRE GmbH und der Volksverein Mönchengladbach. Ein assoziierter Partner neben der WFMG sind auch die Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe AöR (mags). „Im Konzern Stadt sind wir als mags letztlich federführend, was das Thema Kreislaufwirtschaft angeht. Daher versprechen wir uns viel von dem neuen Projekt und werden hierfür mit Rat und Tat zur Seite stehen“, sagt Anna Engelpracht, Bereichsleitung Umweltmanagement bei mags.

 

Über die neue Circular-Economy-Beauftragte der Stadt Mönchengladbach:

Lea Trost (28) stammt aus Mönchengladbach. Parallel zu ihrem Bachelorstudium in „Textile and Clothing Management“ an der Hochschule Niederrhein war sie bei der hessnatur Stiftung in Berlin tätig. Dort arbeitete sie zunächst als Werkstudentin und später als Sustainability Consultant Trainee. In dieser Rolle beriet sie Unternehmen entlang der textilen Lieferkette und unterstützte bei Zertifizierungsverfahren. Während eines Praktikums im Team für Sportbekleidung bei Tchibo in Hamburg wechselte sie die Perspektive und erhielt Einblicke in die Produktentwicklung. Ihr Masterstudium absolvierte sie im Studiengang „Angewandte Nachhaltigkeit“ an der Hochschule Bochum. In ihrer Masterarbeit beschäftigt sie sich mit Kommunikation zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) und der Frage, wie man die Bewusstseins-Verhaltenslücke von Konsumenten reduzieren kann. Parallel dazu sammelte sie bereits Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen der WFMG.

 

Foto (Quelle: WFMG):

Das beigefügte Foto zeigt Lea Trost, die neue Circular-Economy-Beauftragte der Stadt Mönchengladbach.

 

Ansprechpartner für Redaktionen:

i.A. Lea Trost | trost@wfmg.de | Tel. 02161 82379-782