Auch wenn es bei der Aussprache des Stadtnamens gelegentlich hapert: Mönchengladbach ist international ein Begriff. Dazu trägt natürlich die Borussia bei, aber auch die Hockey-EM hat diesen Sommer erneut für internationales Flair in der Vitusstadt gesorgt. Dass Mönchengladbach auch als Wirtschaftsstandort grenzüberschreitende Strahlkraft hat, zeigte ein Netzwerkabend unter dem Titel „So international ist Mönchengladbach“. Dazu eingeladen hatte Oberbürgermeister Felix Heinrichs zum Abschluss seiner Unternehmensbesuche im Rahmen der diesjährigen Sommertour. „Austragungsort“ des Netzwerkabends war passenderweise das Strandhaus im Hockeypark.

Zwei chinesische Motoren- und Anlagenbaufirmen, eine polnische IT-Firma, ein japanischer Logistiker, ein britischer Schmierstoffhersteller oder ein deutscher Systemdienstleister für Medizin-IT in japanischer Hand – schon die Auswahl der Unternehmen, die Oberbürgermeister Felix Heinrichs im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour mit der Wirtschaftsförderung (WFMG) besuchte, war wie eine kleine Weltreise auf Mönchengladbacher Stadtgebiet. Entsprechend international waren auch die Gäste des Netzwerkabends.

Eingeleitet wurde der Abend von einem Talk des Oberbürgermeisters mit WFMG-Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus, Jürgen Steinmetz als Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein und Felix Neugart, Geschäftsführer von NRW.Global Business – einer Handelsagentur des Landes für ausländische Unternehmen, die sich am Standort NRW etablieren wollen. Die Herren diskutierten mit diplomatischen Vertreterinnen verschiedener Länder, namentlich der ukrainischen Generalkonsulin Iryna Shum, der polnischen Vizekonsulin Anita Mikolajczak und der niederländischen Generalkonsulin Hanna Tijmes.

Dabei wurde deutlich, warum Mönchengladbach für viele internationale Unternehmen interessant ist, und was es braucht, damit das auch in Zukunft so bleibt. „Wir als Stadt und die gesamte Region begreifen die großen Veränderungen im Rahmen des Strukturwandels als Chance. Hier gibt es Potential, und das merken die Unternehmen“, stellte Oberbürgermeister Heinrichs fest. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, Jürgen Steinmetz, ergänzte: „Wir sind ein erfolgreicher internationaler Standort. Als IHK setzen wir uns dafür ein, dass das auch so bleibt. Dafür brauchen wir zum Beispiel verfügbare marktgerechte Gewerbeflächen, Versorgungssicherheit im Energiebereich und gleichzeitig günstige Energiepreise.“ Weitere handfeste Faktoren, die für Unternehmen zählen, sind mögliche Förderzugänge, Kostenvorteile gegenüber Metropolen wie Düsseldorf oder der Zugang zu einem gigantischen Absatzmarkt: „Innerhalb von 100 Kilometern erreicht man am Standort Mönchengladbach 15 Millionen potentielle Kunden“, betonte WFMG-Geschäftsführer Schückhaus.

Dass eine Niederlassung in Deutschland nicht nur räumliche Nähe bringt, betonte Hanna Tijmes. Ein Unternehmen, das in Deutschland präsent sei, deutschem Recht unterliege, hier eine Niederlassung habe, das gewinne auch leichter das Vertrauen der deutschen Kunden, stellt die niederländische Generalkonsulin fest. Und auch die eher spontane Arbeitsweise von Niederländern mit der sehr strukturierten Herangehensweise der Deutschen ergänze sich sehr gut, befand Tijmes. Auch Felix Heinrichs stellt fest: Ausländische Unternehmen bringen nicht nur Arbeitsplätze, Dienstleitungen und Produkte in die Stadt, sondern bereichern Mönchengladbach auch mit ausländischen Fachkräften.

 

Das erste Foto zeigt von links: Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer Mittlerer Niederrhein; Friedhelm Lange, Geschäftsführer MGMG und WFMG; Oberbürgermeister Felix Heinrichs; Hanna Tijmes, Generalkonsulin Niederlande; Iryna Shum, Generalkonsulin Ukraine; Anita Mikolajczak, Vizekonsulin Polen; Setsuko Kawahara, Generalkonsulin Japan; Dr. Ulrich Schückhaus, Vorsitzender Geschäftsführer EWMG und WFMG; Felix Neugart, Geschäftsführer NRW.Global Business

 

Mönchengladbach – ein internationaler Wirtschaftsstandort

Mönchengladbach agiert als Drehscheibe zwischen dem Benelux-Raum mit seinen großen Häfen Rotterdam und Antwerpen auf der einen und der Rhein-Ruhr. Als einstige Textilhochburg hat die Vitusstadt den Strukturwandel gemeistert und bietet nun einen ausgewogenen Branchenmix. Die Strukturwandel-Aktivitäten des Rheinischen Reviers werden es Mönchengladbach in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zudem ermöglichen, sich noch mehr auf wissensbasierte, zukunftsfähige Wirtschaftsstrukturen auszurichten – so etwa in den Bereichen Textiltechnik, Cyber-Security und Aviation. Als größte direkt ans Revier angrenzende Stadt genießt Gladbach herausragende Perspektiven, um diesen Wandel entscheidend mitzuprägen und davon zu profitieren.

Eins von neun Unternehmen im Gebieter der IHK Mittlerer Niederrhein ist im Besitz eines Nichtdeutschen oder hat nicht deutsche Mehrheitsgesellschafter. In Mönchengladbach sind knapp 300 solcher Unternehmen im Handelsregister eingetragen. Die meisten (79) haben einen niederländischen Hintergrund, gefolgt von Greater China (Volksrepublik China + Taiwan mit 30 Unternehmen) sowie Großbritannien mit 21. Dazu kommen mehrere hundert ausländische Einzelunternehmer oder Kleingewerbetreibende.

Beispiele internationaler Unternehmen in Mönchengladbach:

  • Niederlande: Gazelle, Vanderlande, Refresco, Raben Group.
  • Japan: Seiko Optical, Eizo, Nippon Express, Hoya Lens
  • USA: Amazon, Coca-Cola, Solenis, BP Castrol
  • China: Esprit, Wolong Schorch, Monforts Textilmaschinen
  • Spanien: Santander Consumer Bank
  • Schweiz: Starrag.
  • Frankreich: Nexans, L’Oréal, Teleperformance
  • Norwegen: Elopak
  • Polen: Britenet/Macrix